Interview mit Tatort Sport – 9 Fragen an Malte Asmus
Ein Interview mit dem Podcaster von Tatort Sport. Neun Fragen an Malte Asmus und seine Antworten.

Wer bist du eigentlich? Stell dich doch kurz einmal vor!
Mein Name ist Malte Asmus, ich bin seit über 20 Jahren als Sportjournalist aktiv und arbeite nach einigen Stationen (u.a. sportal.de, sportbild.de, NDR) mittlerweile seit knapp zehn Jahren als Chefredakteur von Deutschlands größtem Sportpodcastportal meinsportpodcast.de ↱und parallel als Chefredakteur der damit verbundenen Vermarktungs- und Produktionsunit Podcastbude ↱.
Wie kamst du zu „Tatort Sport“, dem Namen deines Podcasts?
Der lag relativ nah. Wir haben uns im meinsportpodcast.de-Team überlegt, dass wir für ein neues eigenes Format True Crime und Sport kombinieren wollen. Und da „Tatort“ als Begriff natürlich sehr eng mit dem Thema Crime verbunden ist, haben wir nach ein paar kurzen Brainstormings in der Redaktion beschlossen: Tatort Sport ist der perfekte Titel für unseren neuen Podcast.
Wie kamst du zur allerersten Folge? Warum genau dieser Fall?
Wenn du mit einem neuen Podcast an den Start gehen möchtest, brauchst du natürlich ein Thema, das gleich für Aufsehen und natürlich auch Reichweite sorgt. Der Fall von Bruno Fernandes, dem brasilianischen Torwart, der seine Geliebte und Mutter seines Kindes ermorden und an ein Rudel Hunde verfüttern ließ, bot genau das.
Er bot aber neben dem schlagzeilenträchtigen Thema aber noch mehr. Nämlich, die Möglichkeit, an diesem speziellen Fall ein übergeordnetes gesellschaftliches Problem zu thematisieren. Und das sind im Fall von Bruno Fernandes die Stellung der Frau in der brasilianischen Gesellschaft, Femizide in Brasilien und auch das korrumpierte Rechtssystem. Das alles haben wir für den Fall Bruno Fernandes gemeinsam mit einem Experten aufgearbeitet und als Podcast mit vielen Originaltönen und Soundeinspielern umgesetzt.
Welche sind deine Lieblings-TC Podcasts?
So wirklich regelmäßig verfolge ich keine True Crime Podcasts. Ich höre aber gerne mal in unterschiedliche Formate rein, um mir Anregungen zu holen, wie wir unseren eigenen Podcast noch verbessern könnten. Dark Secrets zum Beispiel ist ein toller Podcast, Zeit Verbrechen ebenso, Schattenseiten … es gibt viele tolle Formate im Markt zu den unterschiedlichsten Themen.
Wie recherchierst du für deine Folgen?
Die Basis ist erstmal Google. Wir suchen uns zu unseren Fällen alles nur verfügbare Material zusammen. Und dann wird gelesen, gelesen, gelesen … Online-Quellen, Zeitschriftenartikel, Bücher. Wir gucken Dokus hoch und runter, hören andere Podcasts zum Thema, fügen dann nach und nach unsere Infos zusammen und dann setze ich mich dran und erarbeite das Folgenscript, spinne den roten Handlungsfaden …
Gibt es Fälle, die dich besonders mitgenommen haben?
Richtig mitgenommen, dass ich schlecht geschlafen habe oder so … eher nicht. Aber es gibt schon Folgen, die mich länger beschäftigt haben, weil sie entweder höchst brutal oder amüsant sind oder bei ihnen andere Thematiken mitschwingen, die alles andere als alltäglich sind. Die Folge zu Bruno Fernandes rangiert da schon ganz weit oben bei mir. Sicher auch das Schicksal der ermordeten Leichtathletik-Legende Stella Walsh z.B., deren geheimgehaltene Intersexualität zufällig bei ihrer Autopsie ans Licht an, die dunkle Seite des US-Eishockeysports, die im Fall von Mike Danton offenbart wurde, die blutige Vergangenheit des Box-Promoters Don King oder der Fußballer, der zum Kunstdieb wurde… Jeder Fall, den wir für diesen Podcast aufarbeiten, ist besonders und bietet spannende Blickwinkel, aus denen man den jeweiligen Kriminalfall betrachten kann und die lange im Kopf bleiben.
Was glaubst du, warum True Crime Podcasts so beliebt sind?
Das Böse hat seinen Reiz – ganz klar. Was macht einen Menschen zum Mörder, diese Frage beschäftigt viele. Es geht aber auch um den Nervenkitzel, den man beim Hören spürt, der einen aus dem eigenen, doch eher beschaulichen Alltag rausholt und zum Mitrecherchieren bringt. Und es geht bei True Crime schließlich um „echte“ Fälle, das wahre Leben. Da ist ein Quäntchen Voyeurismus bestimmt auch bei uns allen dabei.
Wie können dich deine Hörer am besten unterstützen?
Indem sie zuhören, abonnieren und weitersagen, dass es Tatort Sport gibt. Bewertungen auf den einschlägigen Plattformen helfen uns natürlich auch weiter, in den Rankings höher zu steigen und von noch mehr Menschen wahrgenommen und konsumiert zu werden. Also bitte, wenn euch gefällt, was wir bei Tatort Sport machen, dann rührt für uns ordentlich die Werbetrommel!
Letzte Frage: Schaust du vor dem Schlafengehen unters Bett? 😉
Nein … wir haben schließlich einen Hund, der niemand Fremden ins Haus lassen würde. Außerdem kann man bei uns nicht unters Bett gucken, das Bett ist geschlossen. 😉