Delikt – Wahre Verbrechen aus Österreichs Süden

Im Vordergrund des neuen Podcast-Formats der Kleinen Zeitung stehen Fälle mit Bezug zur Steiermark und zu Kärnten – und an Fällen, über die es zu sprechen gilt, mangelt es wahrlich nicht: Neben der Pilotfolge über Jack Unterweger sind das zum Beispiel ein „Mafiamord“ in Klagenfurt, die Geschichte des letzten zum Tode Verurteilten in der Steiermark, ein Geiseldrama in der Strafanstalt Karlau oder der unglaubliche Fall des Kinderarztes Franz Wurst, der in Kärnten über Jahrzehnte Kinder missbrauchte und erst aufflog, als er seine Frau ermorden ließ.

Folgen

Eine Beziehung, der vier Kinder geopfert wurden
[vom 03/05/2022 Dauer ~24 Min]
An einem heißen Junitag im Jahr 2005 in Gösting, einem Randbezirk von Graz, wollte ein Mann bei einem Geburtstagsfest ein Eis für seine Kinder holen. Er wusste, dass er in einer mit den Nachbarn gemeinsam genutzten Kühltruhe noch eine Packung hatte. Zwischen eingefrorenen Lebensmitteln fiel ihm etwas Seltsames auf. Er schaute genauer nach und stellte fest, dass er die Leiche eines Babys vor sich hatte. Die alarmierten Behörden sicherten die Tiefkühltruhe, in der sie eine zweite Leiche fanden. Die folgenden Ermittlungen führten zu zwei weiteren toten Babys auf dem Grundstück. Alle vier Kinder waren gewaltsam zu Tode gekommen. Bald gab es zwei Festnahmen: Gertraud A. (32), die Mutter und ihr Lebensgefährte, Johannes G. (38). A. war es gelungen, die Schwangerschaften und Geburten – vier innerhalb von zwei Jahren und elf Monaten – vor ihrem gesamten Umfeld zu verbergen, niemand in ihrer Familie ahnte etwas davon. Vor Gericht gestand sie zwar die Tötungen, stritt aber eine Mordabsicht ab. Ihr Lebensgefährte will von all dem nichts mitbekommen haben. Doch das Gericht sah das anders. Beide wurden wegen Mordes verurteilt. Knapp 100 Jahre zuvor – ebenfalls in Gösting – ereignete sich ein Fall, der unglaubliche Parallelen zu dem jüngeren Verbrechen aufweist.Mit Hans Breitegger und David Knes.
Autobombe in Kindberg: Tödliche Geschäfte und verschwundene Zeugen
[vom 19/04/2022 Dauer ~27 Min]
"Bei der Explosion eines Autos in Kindberg, bei der Montag Vormittag ein 62-jähriger Steirer getötet wurde, dürfte es sich wahrscheinlich um einen Sprengstoff-Anschlag handeln. Gleichzeitig ergaben erste Umfeldüberprüfungen, dass das Opfer des Anschlags Geschäftskontakte in Oststaaten unterhalten hatte." So lautete eine erste Meldung nach der Explosion. Das Opfer war der Unternehmer Adolf Fuchs. In Kindberg hatte er ein Spielzeuggeschäft, das jeder im Ort kannte. Wovon aber nur wenige wussten ist, dass er gemeinsam mit seinem Sohn Geschäftsbeziehungen in die Slowakei unterhielt.Einige Zeit vor dem Tod Fuchs' gab es immer mehr Unregelmäßigkeiten bei den Geschäften, die sich um Autos und Immobilien drehten. Nachdem er längere Zeit keine Zahlungen mehr erhalten hatte, erstattete Fuchs Anzeige in Bratislava. Wenige Monate später musste er sterben. Der bei dem Anschlag verwendete Sprengstoff – Haxagon – wird eigentlich im militärischen Bereich eingesetzt, aber auch von osteuropäischen Mafias verwendet.Der Verdacht, dass die Ost-Geschäfte mit dem Mord zusammenhängen könnten, lag nahe. Konkret wurde die Spur, als die Ermittler auf eine vor seinem Tod von Fuchs notierte Nummerntafel kamen. Tatsächlich war der mutmaßliche Bombenbauer bald gefasst. Doch nach kurzer Zeit kam er frei und verschwand spurlos – vermutlich ermordet. Genau wie die Bewohnerin eines Hauses, das Fuchs gehört hatte, die den echten Drahtziehern des Anschlags womöglich hätte unangenehm werden können. Der langjährige Kriminalreporter der Kleinen Zeitung, Hans Breitegger, spricht mit delikt-Moderator David Knes über einen in Österreich äußerst ungewöhnlichen Kriminalfall und die packenden Hintergründe dazu.Hier geht es zu unserer Podcast-Umfrage.
Herzesser und Diebslichter: Krimineller Okkultismus
[vom 05/04/2022 Dauer ~44 Min]
Christa Tuczay und Thomas Ballhausen  widmen sich in ihrer Forschung der Magie und dem Aberglauben aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive und sprechen im Podcast über historische Phänomene, darunter auch das Herzessen. Im Laufe der Geschichte führten okkulte Vorstellungen immer wieder zu allerhand Grausamkeiten. "Zauberei mit Leichenteilen ist seit dem Altertum nachgewiesen", führt etwa Tuczay aus. So bevorzugten Räuber und Einbrecher bestimmte Leichenteile. Unter anderem Kinderhände, die man nicht nur Gräbern entnahm, sondern wofür auch schwangere Frauen getötet wurden. Die rechte Hand der Föten – vor allem Buben – wurden abgeschnitten, die Finger zu Kerzen verarbeitet. Einbruchsopfer sollten auf diese Weise mit einem Schlafzauber belegt werden. Solange die Diebskerzen brannten, so die Vorstellung der Einbrecher, wären ihre Opfer in einem tiefen Schlaf und könnten nicht aufwachen. Welche Rolle Hexen und Dämonen spielen, was der Ursprung kriminellen Aberglaubens ist, wie weit verbreitet er war und warum diese Motive auch nach der Aufklärung – bis heute –literarisch aufgeladen sind, das besprechen wir in dieser Folge.
Der Herzerlfresser von Kindberg: Sechs Opfer und die "Todesstrafe auf Raten"
[vom 05/04/2022 Dauer ~44 Min]
Wer hin und wieder in der Gegend um Kindberg unterwegs ist, kennt ihn vielleicht: den Herzerlfresserweg mit dem Herzerlfressermaterl. Es soll an eine der schrecklichsten Verbrechensserien erinnern, die die steirische Geschichte kennt: Die Morde des Paul Reininger. Viele lokale Mythen – und auch das Materl – nennen als sein Motiv für die Taten die Vorstellung, durch das Verspeisen von Herzen unsichtbar werden zu können. Was ist damals passiert und wie viel Wahrheit steckt in den Erzählvarianten des Volksmundes? Um diese Fragen zu beantworten, reisen wir mit dieser Folge von delikt weit zurück in die Vergangenheit – um weit über 200 Jahre.    Einem Zufall zu verdanken ist es, dass dieser Fall heute recht gut dokumentiert ist. Tatsächlich weiß man, dass Reininger sechs Frauen ermordet hat. Was damals wirklich passiert ist, welche Rolle das Herzessen dabei gespielt hat und was die "Todesstrafe auf Raten" für den Täter bedeutete, davon erzählt Christian Bachhiesl vom Hans Gross Kriminalmuseum im Gespräch mit Moderator David Knes.
Steuergeld: Wie 1,76 Millionen in den Taschen eines einzigen Mannes wanderten
[vom 15/03/2022 Dauer ~34 Min]
Im März 2020 lud das Büro der damaligen Klagenfurter Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz am Vormittag zu einer "ganz dringenden" Pressekonferenz. Nichts ungewöhnliches, ein Jahr vor der Wahl. In der Regel selten mit wirklich brisantem Inhalt und so gut wie nie mit einem Thema, über das später im Kriminalpodcast delikt gesprochen werden sollte.Doch diesmal war es anders. Hörbar schockiert berichtete die Bürgermeisterin von Ermittlungen gegen einem leitenden Beamten, der sich über zwei Jahrzehnten mit einem ausgeklügelten System regelmäßig an Steuergeld bereicherte. Konkret waren es 1,76 Millionen Euro, die in die Taschen des Mannes gewandert sind.Im Gespräch mit Moderator David Knes erzählt Thomas Cik von den Hintergründen in diesem Fall, der für einigen Wirbel auch über in Klagenfurt hinaus gesorgt hat: Wie das System des Mannes funktionierte, wie der Skandal nach der Pensionierung des Mannes aufgeflogen ist, wie es möglich war, dass er solche Summen so lange unbemerkt nach Hause tragen konnte und wie die Gerichtsverhandlung war.
Ulrike Reistenhofer: Hinterließ der Täter "Haikus" über den Mord?
[vom 01/03/2022 Dauer ~41 Min]
Ulrike Reistenhofer war erst 18 Jahre alt. Die junge Hartbergerin studierte in Graz und besuchte im August 1998 ein Technofestival in Zürich. Es sollten die letzten Tage in ihrem Leben sein. Sie war schon auf dem Rückweg, sollte eigentlich in Innsbruck umsteigen in den Zug Richtung Graz. Doch den bestieg sie nicht. Reistenhofer behob noch 100 Schilling von einem Bankomat.Einen Tag später fanden Kanufahrer am Ufer der Rienz in Ehrenburg (Südtirol) eine Frauenleiche. 14 Tage später wurde die Verbindung zu der in ihrer Heimat vermissten Resitenhofer hergestellt, die Mutter musste ihre Tochter identifizieren.Möglicherweise ist Reistenhofer in den falschen Zug eingestiegen, vielleicht kam sie auch per Anhalter nach Südtirol. Fakt ist, dass sie vor ihrem Tod in Franzensfeste – wenige Kilometer von dem späteren Tatort entfernt – noch Süßigkeiten gekauft hat. Stunden danach musste die junge Steirerin sterben, brutal erschlagen mit einem Stein.
Die Morde des "feschen Ferdl": "Keine besonderen Merkmale"
[vom 04/01/2022 Dauer ~34 Min]
August 1977: Am Klippitztörl werden verbrannte Leichenteile gefunden. Die Identität des Opfers ist zunächst völlig unklar, die Ermittler tappen im Dunkeln – bis eine Wäschemarke nach Graz führt. Bald gerät Ferdinand K. unter Verdacht, seine Lebensgefährtin ermordet zu haben. Sie war nicht sein erstes Opfer.  
Der rätselhafte Tod von Anna Todde
[vom 21/12/2021 Dauer ~28 Min]
Es war der Tag nach einer kalten Herbstnacht im Oktober 2008, als ein Mountainbiker die schreckliche Entdeckung machte. Im Völkermarkter Stadtwald fand er eine Teils verbrannte Frauenleiche. Kriminalreporter Peter Kimeswenger fuhr mit dem Fotografen Gert Eggenberger zum Tatort um von einem Verbrechen zu berichten, das die Ermittler bis heute beschäftigen sollte. In dieser Podcast-Folge spricht Kimeswenger mit Moderator David Knes über die Hintergründe eines Kriminalfalls, der ihm bis heute keine Ruhe lässt – der Täter konnte nie gefunden werden. Er bespricht auch welche Rolle jüngere Ermittlungsergebnisse nun spielen könnten.Schon kurz nach der Tat stand fest, dass die Frau von mehreren Schüssen getötet wurde, doch ihre Identität blieb lange ungeklärt, war doch ihr Oberkörper mit Benzin übergossen worden und das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Genaue Untersuchungen des Zahnbildes und akribische Ermittlungsarbeit führten nach fast vier Jahren schließlich zu einem Ergebnis. Anna Todde ist der Name der Verstorbenen, eine Italienerin mit familiären Bezug zu Osteuropa.  Vieles deutet darauf hin, dass Todde vor ihrem Tod mit einem männlichen Begleiter unterwegs war. Das lassen DNA-Spuren vermuten, die von einvernehmlichen Geschlechtsverkehr stammen. Die Wohnung von Todde war nach der Tat völlig leer geräumt worden. War es ein Raubmord? Wurde sie am Fundort getötet, oder da erst abgelegt? Kreditkartenabrechnungen zeigen die Behebung eines höheren Betrags kurz vor ihrem Tod, was hat es damit auf sich? Und wer könnte eine Nachricht an Toddes Schwester von ihrem Handy nach der Tat verfasst haben? Diese Podcast-Folge begibt sich auf eine Spurensuche. 
Inzest, Mord, Misshandlungen: Die schauderhafte Geschichte der Familie U.
[vom 07/12/2021 Dauer ~29 Min]
Über Jahrzehnte hinweg zieht sich der Fall einer obersteirischen Familie. Der Mord an einem Grundwehrdiener in den Achtziger Jahren – sein Kopf wurde brutal zertrümmert – sollte nur die erste einer Reihe von Taten im Umfeld der Familie sein. In den folgenden Jahren kam es auch zu Misshandlungen, Totschlag und Inzest – erschütternde Verbrechen in einem Ausmaß und einer Grausamkeit, die einem das Schaudern über den Rücken laufen lassen. 
12.500 Opfer: Wie die Gier blendete
[vom 23/11/2021 Dauer ~42 Min]
In heutigen delikt-Fall gehen wir zurück in die frühen 2000er-Jahre. Mit einem letztendlich leeren Versprechen von schnellem Reichtum werden am Ende 12.500 Opfer um insgesamt fast eine halbe Milliarde Euro betrogen – viele davon um ihr gesamtes Erspartes. Aber von Anfang an:  Es herrscht Goldgräberstimmung: "Ich bin ja nicht, dumm, dass ich arbeiten geh'" – viele ließen lieber ihr Geld für sich arbeiten. Oder dachten zumindest, dass es das täte.Wir befinden uns in Kärnten, in Krumpendorf um genau zu sein. Da hat Wolfgang Auer-Welsbach (ein Urenkel des berühmten Chemikers Carl Auer von Welsbach, dessen Nachnamen er wohl aus Marketingzwecken annahm) sein repräsentatives Anwesen. Von dort aus hat er scheinbar den Bullen des Finanzbooms an den Hörnern gepackt. Mit seinen Firmen schafft er es, abertausende Österreicher zum Investieren zu bewegen. Über Jahre kann er das unglaubliche Versprechen von konstanten "risikofreien" 13 Prozent Zinsen einhalten.Wie das möglich ist, versteht niemand wirklich, aber das ist ja auch nicht so wichtig – solange der Rubel rollt ... "Der Wolfi von Krumpendorf" weiß schon, was er macht. Er gewinnt das Vertrauen, nicht nur von Kleinanlegern, auch ein späterer Finanzminister und eine Ski-Ikone werden am Ende zu den 12.500 Geschädigten zählen. Wohl nicht naiv, aber geblendet von der Aussicht auf immer mehr. Hinter den Kulissen baut Auer-Welsbach ein Pyramidensystem ungeahnten Ausmaßes auf. Unterstützt wird er auch von der Steiermark aus: Hans Linz wird später als der "Madoff vom Grimming" bezeichnet werden. Nur durch weitere Investoren bleibt das System am Laufen.Doch dann ein Schicksalsschlag: "AvW" muss ins Krankenhaus. Ein Prokurist übernimmt seine Agenden und beginnt auf eigene Faust mit Aktien zu jonglieren. Während die Gier von Vielen das System Auer-Welsbachs zu seiner Größe gebracht hat, war es die Gier eines Einzelnen, die es letztendlich zum Einsturz brachte: Die Aktiendeals des Prokuristen scheiterten. Ermittlungen begannen, das Vertrauen war weg, dem gigantischen Kartenhaus damit die Basis entrissen. Investoren konnten nicht mehr ausbezahlt werden. Es begann ein erbitterter Kampf um ums Geld, eine Welle an Prozessen. Zurück blieben nicht nur geschädigte Großanleger, sondern auch zerstörte Existenzen und zerrissene Familien. Gekeilt wurde nämlich auch oft im privaten Umfeld.    Erst als ihm das Wasser bis zum Hals stand, gestand Wolfgang Auer-Welsbach – vermeintliches Finanzgenie, als "zwischen despotisch und chaotischer" Firmenchef beschrieben – den größten Betrug in der Geschichte Österreichs. Er ging als gebrochener Mann ins Gefängnis, blieb dort aber kein Kind von Traurigkeit. Nach nur sechs Jahren war er wieder auf freiem Fuß – zweieinhalb Jahre früher, als vom Urteil vorgesehen. Ob die anfängliche Einsicht in der Haft von Dauer war, kann bezweifelt werden.Mit Thomas Cik und David Knes. 
Mord und Folter hinter der Fassade des "Vorzeigemodells"
[vom 09/11/2021 Dauer ~43 Min]
Sie galt als charismatische und liebevolle Pflegemutter. Ihr Behindertenprojekt in Paldau bei Feldbach (ca. 30 Kilometer südöstlich von Graz) wurde als Vorzeigemodell von Politikern, der High Society und Medien in den Himmel gelobt. Ihr Mann, Karl P. war ein bestens vernetzter Richter mit guten Kontakten ins Justizministerium. Doch hinter der Fassade des Hofs von Eva-Maria P. verbarg sich die Hölle auf Erden. Als ein Adoptivkind der Familie eine Postfiliale im Ort ausraubte, begann sich Hans Breitegger, Kriminalreporter der Kleinen Zeitung, für den Fall zu interessieren. Seine Beobachtungen ließen ihn vermuten, dass an dem Hof der Familie P. etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, er begann zu recherchieren und stieß auf einen rätselhaften Selbstmord im Umfeld der Familie.Elisabeth M. (22) wurde auf dem Hof der Familie P. betreut, sie verschwand im Februar 1984. Ihre Leiche wurde im April desselben Jahres mit aufgeschnittenen Pulsadern gefunden wurde. Von der Polizei zuerst als Selbstmord ad acta gelegt, deutete schließlich immer mehr auf ein Gewaltverbrechen hin. Nachdem ein weiteres Mädchen vom Hof verschwand, begann sich das Netz um Eva Maria P. und ihre Haushälterin Maria H. immer enger zu ziehen. Das konnte auch der Ehemann, der Richter Karl P. nicht verhindern. Endlich traten die unmenschlichen Verhältnisse, die die Betreuten ertragen mussten zu Tage.Mit Hans Breitegger und David Knes.
Mord in Trance: Die unglaublichen Taten eines okkulten Trios in Kärnten
[vom 26/10/2021 Dauer ~71 Min]
Margit T. reißt plötzlich ihre Augen weit auf, mit starrem Blick und plötzlich tiefer, angsteinflößender Stimme richtet sie Botschaften an ihre Opfer. Wenn das passierte, war für diese klar: Nun spricht Gott durch sein Medium in Form dieser ansonsten eher unscheinbaren Frau. Die "Botschaften Gottes" kamen nicht nur auf diese Weise. T. machte ihren Opfern etwa auch weis, dass sie SMS von Gott empfangen könne.Bekamen die Opfer Textnachrichten in Versalien, war für sie klar, dass diese nun von Gott und nicht von Margit T. stammten. So überredete sie eine junge Frau, die sie zuvor schon um ihre gesamten Ersparnisse gebracht hatte dazu, ihren Arbeitgeber um 200.000 Euro zu bestehlen, für den Wiederaufbau nach dem bevorstehenden Weltuntergang.Margit T. suchte sich ihre Opfer sehr bewusst aus, verstand es ihre Schwächen zu erkennen und gegen sie zu verwenden. Als Energetikerin lernte sie viele der Esoterik-Welt aufgeschlossene Menschen kennen. Sie gab sich als Wahrsagerin aus und schaffte es, viele von ihren vermeintlich übernatürlichen Fähigkeiten zu überzeugen und damit in ein Abhängigkeitsverhältnis zu treiben. Anschließend isolierte sie ihre Opfer von Verwandten und Freunden und drängte sie letztlich zu Straftaten. Immer mit dem Ziel, Geld zu beschaffen. So manipulierte sie auch ihre Komplizinnen Barbara H. und Melitta O. Bei Widerspruch schreckte sie nicht davor zurück "großes Unheil" anzukündigen, das etwa der kleinen Tochter von O. drohe, wenn diese ihre Aufträge nicht ausführte.  Zahlreiche Opfer zahlten unglaubliche Summen an Margit T., sehr viel davon landete in ihrer Eckbank, den sie als "heiligen Ort" bezeichnete, der unter besonderem Schutz gestanden haben soll – in Wirklichkeit aber ein Fass ohne Boden war. Wenn sie ihre Opfer finanziell ausgepresst hatte, ihr gesamtes Erspartes schon in der Eckbank verschwunden waren, versuchte T. alleinige Erbin zu werden.So auch bei einer alleinstehenden wohlhabenden Witwe: Margit T. baute eine Freundschaft zu der Frau auf, isolierte sie von ihrer Tochter, nahm ihr sogar das Handy ab. Das Trio um Margit T. wurde zu den einzigen Bezugspersonen für die Frau. Der Plan ging auf, die Pensionistin setzte T. als Alleinerbin ein. Nach einem Streit drohte die 72-Jährige aber damit, Margit T. aus dem Testament zu streichen. Das sollte ihr Todesurteil sein. Im September 2018 mischte T. einen giftigen Pflanzenbrei. Gemeinsam mit Barbara H. verabreichte sie der Pensionistin das Gift – in einer Cremesuppe. Sie sollte innerhalb weniger Stunden sterben. Doch der Plan schlug fehl, die Dame klagte nur über einen Hautausschlag und Bauchschmerzen. Ein neuer tödlicher Plan musste her. Margit T. beauftragte Barbara H., die Pensionistin mit bloßen Händen zu erwürgen. Sie übten die grausame Tat sogar. H. zögerte zunächst, doch Margit T. forderte, dass sie die Welt von den "negativen Energien" der Frau befreien müsse, sonst würde ihr und der Tochter großes Unheil drohen. Bei einem Besuch setzte H. den Plan schließlich in die Tat um. "Wie in Trance", wie sie später vor Gericht beschreiben wird. Obwohl sie den Mord gestanden hat, sagte sie "das war nicht ich", eine übersinnliche Macht habe Besitz von ihr ergriffen. Nur Dank eines aufmerksamen Streifenpolizisten wurde der Mord als solcher erkannt, beinahe wäre der Leichnam zur Feuerbestattung freigegeben worden. Der letzte Akt in diesem unfassbaren Kriminalfall besteht aus mehreren Bränden im Raum Villach. Wieder instrumentalisierte Margit T. Barbara H. Wieder war es die "Stimme Gottes", die die Straftaten forderte. Wieder müsse böse Energie vernichtet werden, diesmal mit Feuer. Und wieder ging es in Wirklichkeit um Geld – Versicherungsbetrug um genau zu sein: H. hatte eine Feuerversicherung auf ihr Haus abgeschlossen. Doch weil es zu auffällig wäre, wenn nur ihr Gebäude brennen würde, wollte sie den Mythos eines Feuerteufels an die Wand malen. Nach mehreren Bränden klickten am 25. November die Handschellen für die drei Frauen. In einer außergewöhnlichen Pressekonferenz wurde das Ausmaß dieser Verbrechensserie, die so viele Existenzen zerstörte und so viel Leid über zahlreiche Opfer brachte, bekannt. Juristisch ist dieses finstere Kapitel der Kärntner Kriminalgeschichte seit einigen Tagen abgeschlossen. Margit T. und Barbara H. müssen lebenslang hinter Gitter. In dieser Folge von delikt, erzählen Manuela Kalser und Jochen Habich im Gespräch mit David Knes von den unfassbaren Ereignissen, spannenden Details und interessanten Hintergründen rund um diesen Jahrhundert-Kriminalfall. 
Bestohlen, zerstückelt, versenkt
[vom 12/10/2021 Dauer ~24 Min]
Ein steirischer Millionär wird von seinen Bankbetreuern um hunderttausende Euro bestohlen. Sie denken, er würde es aufgrund seines geistigen Zustandes nicht mitbekommen. Doch bei der Durchsicht seiner Konten fallen ihm Unregelmäßigkeiten auf, er konfrontiert seine Bankbetreuer. Sie bitten den Millionär sich mit ihnen zu einer Aussprache treffen, man wolle ihm das Geld zurückgeben. Die Zusage zu dem Treffen sollte sein Todesurteil sein. 
"Das Böse lauert in jedem Menschen"
[vom 28/09/2021 Dauer ~59 Min]
Die "Tat eines gekränkten Genies", nennt Reinhard Haller die Briefbombenserie, mit der Franz Fuchs eines der schlimmsten Verbrechen der zweiten Republik beging. Der Kriminalpsychiater begutachtete vor Gericht zahlreiche große Fälle der jüngeren Kriminalgeschichte – darunter eben auch Fuchs. In der neuen Folge unseres Kriminalpodcasts delikt, spricht Haller (mit delikt-Moderator David Knes und Kulturredakteur Bernd Melichar) über die Phänomene, die Menschen zu solchen Tätern werden lassen. Als Psychiater versuchte Haller die "Seele des Verbrechers", die "Persönlichkeit des Straftäters" zu studieren und verstehen. Ein Fehler, wie er inzwischen weiß: "Wichtiger ist, zu fragen: unter welchen Bedingungen kann das Böse, das in jedem Menschen lauert, durchbrechen?" Neben Affekten und heftigen Rauschzuständen macht Haller Kränkungen als die Ursache zahlreicher Verbrechen aus, was er auch am Beispiel von Jack Unterweger (den er 1994 begutachtete) erörtert. Ihm attestiert er narzisstische Gekränktheit und Wut, die Unterweger schließlich an Prostituierten ausgelassen hat.
Rückblick: Vom Betrugsverdacht zum Doppelmord
[vom 10/07/2021 Dauer ~20 Min]
Der langjährige Kriminalreporter Hans Breitegger lässt im Gespräch mit David Knes seinen ersten großen Fall Revue passieren. Kindberg, Dezember 1978. Es sollte eine Verhaftung aufgrund eines Betrugsverdachts werden. Rupert Trojacek war aber wegen einem viel schwereren Verbrechen auf der Flucht vor der Justiz, weshalb er unter falschem Namen in Kindberg wohnte. Ein Kollege, der Opfer einer seiner Betrügereien wurde, kam ihm aber auf die Schliche und ging zur Gendarmerie. Als die Beamten bei ihm auftauchten, eskalierte die Lage völlig.
Rückblick: Felzmann – Die Hintergründe zum Doppelmord und der Flucht
[vom 03/07/2021 Dauer ~32 Min]
[Diese Podcast-Folge ist ursprünglich in unserem Format Graz – Laut gedacht im März 2019 erschienen]Herbst 2017: Ein jahrelanger Nachbarschaftsstreit soll mit einem klärenden Gespräch beigelegt werden. Plötzlich fallen Schüsse aus einem Hinterhalt, zwei Menschen sterben. Der mutmaßliche Täter steht schnell fest: Friedrich Felzmann.Die sofort eingeleitete Fahndung verläuft erfolglos – bis heute. Knapp eineinhalb Jahre nach der Tat weiß man einiges über dann Fall, die große Frage nach dem Verbleib des mutmaßlichen Mörders ist allerdings noch immer unbeantwortet. Kriminalreporter Hans Breitegger erzählt im Gespräch mit David Knes von den Hintergründen des Falles und was dafür beziehungsweise dagegen spricht, dass Felzmann noch am Leben ist. 
Eine Leiche ohne Gesicht und Namen
[vom 26/06/2021 Dauer ~25 Min]
[Diese Podcast-Folge ist ursprünglich in unserem Format Graz – Laut gedacht erschienen]In dieser Folge von delikt-Rückblick erzählt der langjährige Kriminalreporter Hans Breitegger im Gespräch mit David Knes von den Hintergründen des unglaublichen Falles der Olga T.Neben der Autobahn fand man eine verkohlte Leiche, ihre Identität sollte sieben Jahre lang ungeklärt bleiben. In den Zeitraum fällt auch eine mysteriöse Reihe von weiteren, ähnlichen Frauenmorden in Österreich. 2012 dann der Durchbruch bei den Ermittlungen. Man wusste nun, wer das Opfer ist und hatte auch Hinweise auf einen Verdächtigen für die schreckliche Bluttat. Doch dieser wurde bis heute nie befragt und die Ermittlungen eingestellt…
Rückblick: Eine Leiche ohne Gesicht und Namen
[vom 26/06/2021 Dauer ~25 Min]
[Diese Podcast-Folge ist ursprünglich in unserem Format Graz – Laut gedacht erschienen]In dieser Folge von delikt-Rückblick erzählt der langjährige Kriminalreporter Hans Breitegger im Gespräch mit David Knes von den Hintergründen des unglaublichen Falles der Olga T.Neben der Autobahn fand man eine verkohlte Leiche, ihre Identität sollte sieben Jahre lang ungeklärt bleiben. In den Zeitraum fällt auch eine mysteriöse Reihe von weiteren, ähnlichen Frauenmorden in Österreich. 2012 dann der Durchbruch bei den Ermittlungen. Man wusste nun, wer das Opfer ist und hatte auch Hinweise auf einen Verdächtigen für die schreckliche Bluttat. Doch dieser wurde bis heute nie befragt und die Ermittlungen eingestellt…
Rückblick: Das Phantom von Graz
[vom 19/06/2021 Dauer ~23 Min]
November 1981: Wenige Momente zuvor genoss Franz Gross noch einen netten Abend mit seinen Kollegen in einem Grazer Tanzlokal. Kurz vor 1 Uhr verlässt die Gruppe das Lokal – nicht ahnend, dass einer von ihnen gleich einem Attentat zum Opfer fallen wird.Ein maskierter Täter schießt auf Gross und entkommt unerkannt. Der 53-Jährige stirbt wenig später. Seine geschockten Kollegen sind Zeugen des Verbrechens, können zur Aufklärung aber nicht viel beitragen. Nichts im Umfeld des beliebten Familienvaters und Postbeamten liefert irgendein Motiv oder eine Erklärung für die Bluttat. Dennoch präsentiert die Polizei bald einen Verdächtigen. Die bereits zweite fatale Verwechslung in diesem Fall. Der Anschlag galt nämlich einem Unterweltboss. Das  irrtümliche Opfer und der dafür Festgenommene haben eines gemeinsam: Ihre Unschuld.Der langjährige Kriminalreporter der Kleinen Zeitung, Hans Breitegger, erklärt im Gespräch mit David Knes die Hintergründe dieses einzigartigen Falles und wie in den folgenden Jahren nicht nur seine Journalistenkollegen und er unter Druck gesetzt wurden, sondern spricht auch über Mafia-Verbindungen, erpresste Justizvertreter und ein letztendlich eingestelltes Verfahren.Der langjährige Kriminalreporter der Kleinen Zeitung, Hans Breitegger, erklärt im Gespräch mit David Knes die Hintergründe dieses einzigartigen Falles und wie in den folgenden Jahren nicht nur seine Journalistenkollegen und er unter Druck gesetzt wurden, sondern spricht auch über Mafia-Verbindungen, erpresste Justizvertreter und ein letztendlich eingestelltes Verfahren.
Rückblick: 20 Stunden Todesangst – Als eine Geiselnahme das Land in Atem hielt
[vom 13/06/2021 Dauer ~24 Min]
[Diese Podcast-Folge ist ursprünglich in unserem Format Graz – Laut gedacht erschienen]Es waren wohl die 20 längsten Stunden im Leben der Geiseln und ihrer Angehörigen – so lange dauerte die Geiselnahme durch Josef Kis-Lukac, der frustriert und bewaffnet am Montag, dem 16. Juni 1980, kurz vor Mittag in eine Arztpraxis in der Grazer Annenstraße eindringt.Der Arzt und ein Sanitäter können fliehen, die restlichen Geiseln bangen um ihr Leben. Der Täter zwingt eine junge Ordinationsgehilfin mit vorgehaltener Waffe seine Forderungen nach außen zu kommunizieren. Sie tritt in telefonischen Kontakt mit einer damaligen Redakteurin der Kleinen Zeitung, Helena Wallner. Stundenlang vermittelt Wallner mit der Ordinationsgehilfin zwischen Geiselnehmer, Zeitung und Polizei. Ergänzung:In Reaktion auf diese Folge hat sich Gerhard Ofner bei uns gemeldet. Er war damals als einer der Beamten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung besonders gefährlicher Rechtsbrecher derjenige, der als erster in die Ordination des Arztes gelangt ist und zusammen mit einem Kollegen den Arzt und den Rettungsfahrer geborgen und in Sicherheit gebracht hat.Das sind seine Ergänzungen zu dem Podcast (zusammengefasst):Nicht nur bei der Gendarmerie wurde das „GEK“ aufgebaut, sondern auch in den Bundespolizeidirektionen wurden „Einsatzgruppen zur Bekämpfung besonders gefährlicher Rechtsbrecher“ gebildet und Kriminalbeamte entsprechend ausgebildet und ausgerüstet. Das geschah ohne besondere Information der Öffentlichkeit. Damals waren Beamte dieser Einsatzgruppe der BPD-Graz im Einsatz. Der Auftrag: „unblutige Beendigung der Geisellage, Befreiung der Geiseln und Festnahme des Täters“. Waffengebrauch im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen. Bei unmittelbar drohender Gefahr für das Leben der Geiseln war sofortiges Einschreiten (Konfrontation mit dem Täter) angeordnet. Die körperliche Unversehrtheit und das Lebens der Geiseln war unter allen Umständen zu schützen. Nach der Bergung des Arztes und des Rettungsfahrers über die Feuerwehrleiter, wurde die Lage – die zuvor weitgehend unklar war – erkundet. Der Täter konnte immer wieder durch das Türschloss beobachtet werden. Die an dieser Türe stehenden Geiseln wurde erklärt (Gespräche im Flüsterton waren möglich), wie sie sich im Falle eines möglichen Sturms des Warteraumes verhalten sollten. Diese Informationen wurde auch unter den Geiseln weitergegeben. Schon damals gab es Erkenntnisse über die Bewältigung von Geisellagen und die Führung von Verhandlungen, die einerseits den Täter ermüden, fehleranfällig und unaufmerksam machen und andererseits den Einsatzkräften Raum zur Entwicklung entsprechender Strategien schaffen sollten. Diese Taktik der Sicherheitsbehörden bei Geisellagen war und ist bis heute absolut lege artis. In diesem Sinne erfolgte auch die Einsatzplanung und die Auftragserteilung an das Zugriffsteam der BPD-Graz.
Die Vermessung der Fuchs-Welt
[vom 29/05/2021 Dauer ~63 Min]
Am 1. Oktober 1997 kontrollieren zwei Gendarmen in Gralla einen Autofahrer. Zu dem Zeitpunkt haben die beiden Beamten noch keine Ahnung, mit wem sie es hier zu tun haben. Plötzlich eine Explosion. Der Kontrollierte hat eine Rohrbombe gezündet, es sollte die letzte Bombe einer rechtsextrem motivierten Terrorserie sein, die von 1993 bis 1997 vier Todesopfer und 15 Verletzte forderte.Mit dieser letzten Bombe wollte sich Franz Fuchs das Leben nehmen, sie zerfetzte aber nur seine beiden Hände, die Beamten retteten dem Schwerverletzten das Leben. Die Ermittlungen der folgenden Tage und der Prozess danach brachten schließlich Licht in die Fragen zu den Bombenserien, die Österreich seit Jahren in Atem hielten.Am Ort der Explosion war wenig später Bernd Melichar, der sich als Kriminalreporter schon zuvor mit den Bombenserien auseinandergesetzt hat und dort damals selbst einen grausigen Fund gemacht hat. Im Podcast-Gespräch mit David Knes lässt er die Ereignisse um eine der größten erschütterndsten Verbrechensserien der zweiten Republik Revue passieren und versucht die Fuchs-Welt zu vermessen. 
Karl Otto Haas: „Ein Mädchen wird einmal für alles büßen“
[vom 15/05/2021 Dauer ~29 Min]
Graz, 1973: Ein grauenhafter Mord an einer jungen Französin erschütterte die Stadt. Schnell war klar, dass es sich bei ihrem Mörder um Karl Otto Haas handeln muss – ihren Nachbar. Bis dahin war er nur durch kleinere Delikte aufgefallen, doch die Ermittlungen brachten seine hochgradig gefährliche Persönlichkeit zum Vorschein. In Briefen drohte er mehreren Frauen sie umzubringen, schilderte schreckliche Details, die er dafür schon geplant hatte. Europa solle auch seinen Massenmörder bekommen, war zu lesen. Oder "Ein Mädchen wird einmal für alles büßen." Seinen Zenit werde er bei zehn Toten erreicht haben, kündigte er an.Dazu kam es nicht. Wenige Tage nach der Bluttat wurde Haas von einem Freund des Opfers erkannt. Die überforderte Gendarmerie ging dem Hinweis nicht nach, also nahm der Mann das Heft selbst in die Hand und  den Gesuchten mit zwei Helfern auf kuriose Art und Weise fest.Ein Freigang mit tödlichen FolgenHaas bekam lebenslang. Doch zwei Jahrzehnte später wurden seine Haftbedingungen erleichtert, er durfte arbeiten und bekam Ausgänge. Prompt wurde er erneut zum Mörder. Sein Opfer: Der 13-jährige Sohn einer vierfachen Mutter, die er in der Haft kennenlernte und die von seiner Vorgeschichte nichts wusste. Auf der Flucht ging er in Tirol mit einem Messer auf eine Nonne los, wenig später konnte ihn die Innsbrucker Polizei finden. Als er bei der Festnahme ein Messer zückte, erschoss ihn ein Beamter in Notwehr. Die Ereignisse lösten eine Diskussion über vorzeitige Entlassungen und Hafterleichterungen von Schwerverbrechern aus. Ein Thema, das auch heute, Jahrzehnte später, noch intensiv diskutiert wird.In dieser Folge von delikt spricht Gastgeber David Knes mit dem langjährigem Kriminalreporter und Autor Hans Breitegger.  
"Der Unmensch von St. Vinzenz"
[vom 01/05/2021 Dauer ~32 Min]
Ein Dorf im steirisch-kärntnerischen Grenzgebiet, das heute völlig ausgestorben ist, wurde in den 60er-Jahren zum Schauplatz eines Gewaltverbrechens. Nach der brutalen Tat nahm der Täter sogar noch an der Suchaktion nach seinem Opfer teil. Als er überführt war, ergötzte er sich an der Aufmerksamkeit der Medien. Diese nahmen seine Inszenierung mit Genuss auf – ein Teufelskreis.    
"Töte den Teufel!"
[vom 17/04/2021 Dauer ~30 Min]
Eine Leiche, die über 80 Messerstiche aufweist an einem schauderhaften Tatort in Graz. Weitere, kaum zu ertragende Bilder, die sich den Ermittlern am Tatort zeigen, zeugen von einem bestialischem Mord. Bald hat man den vermeintlichen Täter, kurz darauf ein Urteil: Mord. Abdurrahim bekommt 20 Jahre. Doch mit der Zeit kommen Zweifel an seiner Schuld auf.   Aus der Haft strebte Abdurrahim eine Wiederaufnahme des Verfahrens an. Er will trotz seines ursprünglichen Geständnisses nicht der wahre Mörder sein. Nach Jahren kommt es tatsächlich zu einem neuen Prozess, doch das erlebt er nicht mehr. Zuvor beschuldigte er seinen Freund, Johann W., ein Lehrer, die Tat begangen zu haben. Hat Abdurrahim die Schuld für ihn aufgenommen? Wenn nicht, wie erklärt sich die stattliche Summe, die Johann W. dem nunmehr Verstorbenen zukommen hat lassen?  Warum kam es nach einem Schuldspruch für den Lehrer zu einem weiteren Prozess, der mit einem Freispruch endete? Und welche Rolle spielt das System der Geschworenengerichtsbarkeit? Darüber spricht Gastgeber David Knes mit dem Gerichtsreporter Alf Lobnik.
Zwölf Millionen Euro für sechs Seiten wertloses Papier
[vom 03/04/2021 Dauer ~50 Min]
Beim Weihnachtsfest zugesteckte Sparbücher, eine verscherbelte Landesbank, ein nutzloses "Gutachten" um 12 Millionen und "Patriotenrabatt": In dieser Folge von delikt tauchen wir am Beispiel des ehemaligen Landeshauptmannes Josef Martinz und Jörg Haiders tief ein in den Kärntner Korruptionssumpf der 2000er-Jahre.
Die "Pinocchio"-Raubserie: Wie ein Doppelleben endete
[vom 20/03/2021 Dauer ~40 Min]
Graz, 1996: Ein Maskierter springt über das Pult einer Bank, bedroht die Angestellte, bedient sich mit 900.000 Schilling und flüchtet. Die Tat markierte den Beginn einer Serie. Alle paar Monate, immer das gleiche Muster. Doch außer einer auffälligen Nase („wie Pinocchio“, so eine Zeugin) gibt es keine Hinweise auf den Täter. Schließlich wird ein 26-Jähriger gefasst. Rasch stellt sich aber heraus, dass er nicht der „wahre“ Pinocchio ist.Der raubt weiter, aber nicht mehr in Graz. In Linz schließlich der Showdown – die Flucht scheitert, der Täter provoziert Schüsse und stirbt wenig später. Bald wird bekannt, dass es sich um den Partner einer bekannten Politikerin handelte, die auch ein Kind von ihm erwartete. Weder sie, noch sonst jemand wusste von seinem Doppelleben als „grundgütiger Mensch“ und Serienräuber.
Nach 23 Jahren brachte eine Frau ihren Vergewaltiger ins Gefängnis
[vom 06/03/2021 Dauer ~26 Min]
In dieser Folge geht es um eine tragische Geschichte, die letztendlich aber einen ermutigenden Ausgang nimmt. Caroline war zehn Jahre alt. Sie war gerade auf der Suche nach ihren Spielkameraden, fragte dazu den Bauern aus der Nachbarschaft. Er führte das Mädchen in eine Scheune, wo er sich auf brutale Weise an ihr verging.Es begann ein jahrzehntelanger Leidensweg für das Mädchen, sie konnte sich niemanden anvertrauen. Weder ihre Eltern und noch Ärzte konnten eine Erklärung für die plötzliche und dramatische Änderung ihres Wesens finden. Erst etwa 20 Jahre später – im Zuge einer Therapie – begann sie zu sprechen und beschloss ihren Vergewaltiger anzuzeigen. Der inzwischen 70-jährige Täter wurde verurteilt: fünfeinhalb Jahre. Doch mit dem Schuldspruch war der Leidensweg der jungen Frau nicht vorbei, im Gegenteil. Teile ihres Heimatortes begannen mit Anfeindungen gegen Caroline, stellten sich auf die Seite des Täters. Doch Caroline war entschlossen, kein Opfer mehr zu sein und traf eine drastische Entscheidung. Sie ging mit ihrer ganzen Geschichte an die Öffentlichkeit.  Es gibt zahlreiche Organisationen, an die sich Missbrauchsopfer in Österreich wenden können, zum Beispiel: Weißer Ring  oder Gewaltschutzzentren
Wenn der Tod dem Weltuntergang zuvorkommt
[vom 19/02/2021 Dauer ~53 Min]
Australien, 1989. Ein Weststeirer will mit einem jungen Paar, das sich auf ein atomares Endzeitszenario vorbereitet, in See stechen. Zu dritt verlassen sie die Stadt Cairns, doch bald befindet sich nur noch eine Person auf dem Schiff. Nach der Verhaftung Manfred Weißensteiners beginnt ein Prozess, der in die australische Justizgeschichte eingehen sollte und noch heute für Diskussionen sorgt.In dieser Folge geht es nicht nur um ein Verbrechen, sondern auch um den Prozess und die Frage, was das Schweigen eines Angeklagten zu bedeuten hat. 
Pius Walder – Der Ruf nach Sühne verhallt nicht
[vom 04/11/2020 Dauer ~26 Min]
Der Schütze zielt noch einmal, der achte Schuss ist schließlich ein präziser Treffer in den Hinterkopf. Das Projektil beendet das Leben des 30-jährigen Pius Walder. Er war von zwei Jägern in Innervillgraten beim Wildern beobachtet und schließlich getötet worden. Mit dem jähen Ende des Lebens Pius Walders begann der Ruf seines Bruders, der bis heute nicht verhallt ist: Erst nach Rache, dann nach Gerechtigkeit. 
"Mir san quitt" – Der letzte Tod durch den Strang
[vom 28/10/2020 Dauer ~25 Min]
"I hob sechs Menschen umbracht – jetzt bringt's ihr mi um. Mia san quitt." mit diesen Worten tritt Franz Löcker am 14. Juli 1949 den Weg zum Galgen im Grazer Straflandesgericht an. Er ist der letzte in der Steiermark zum Tode verurteilte Verbrecher. 
Korruption als "Part of the game"
[vom 21/10/2020 Dauer ~48 Min]
Eine Tonbandaufnahme löste im Jänner 2010 ein politisches Erdbeben aus, weit über Kärnten hinaus. Die Phrase "Part of the game" wurde zum Synonym für ein dreistes System an Korruption an dessen Spitze der inzwischen vierfach verurteilte Politiker Uwe Scheuch stand. 
Der Fall Wolfgang Ott
[vom 14/10/2020 Dauer ~32 Min]
Großeinsatz in Wien: Eine 39-Jährige macht – nackt und gefesselt – durch laute Schreie auf einer Loggia auf sich aufmerksam. Tags davor war sie beim Einparken von einem Mann gewürgt und gefesselt und in eben jenes Haus entführt worden, aus dem sie nun befreit werden konnte. Dabei kam nicht nur ihr Martyrium zu Tage. In dem Haus fand man auch Spuren einer anderen Frau, die seit einigen Tagen vermisst wurde.Wolfgang Ott, der Bewohner des Hauses, stand unter dringendem Tatverdacht. Dem hoch verschuldeten 38-jährigen Filmemacher gelang aber die Flucht. Wenig später verschwanden weitere Frauen. Die Spuren führten in die Obersteiermark, zu der Ott – er war begeisterter Paddler – ein besonderen Bezug gehabt hatte. Bis Ott gefasst werden konnte, mussten mindestens zwei Frauen sterben, zwei weitere wurden entführt und vergewaltigt. Bei den Befragungen und vor Gericht gab er immer nur das zu, was man ihm nachweisen konnte. Mitleid kannte er dabei keines – außer mit sich selbst.
Die Handschrift des organisierten Verbrechens
[vom 07/10/2020 Dauer ~34 Min]
Laute Knaller reißen einige Bewohner einer Siedlung in der Klagenfurter Siebenhügelstraße spätnachts aus dem Schlaf. Eine Frau saß zu dem Zeitpunkt noch vor dem Fernseher, denkt erst, es würde jemand Böller schießen. Beim Nachschauen erkennt sie aber die Umrisse ihres am Boden liegenden Nachbarn Reinhard O. – Ein als sympathisch und beliebter beschriebener Monteur und Taxilenker.Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig. Einiges deutet auf einen Profikiller hin. Das Opfer hatte ein bewegtes Leben geführt, als Taxilenker steuerte regelmäßig Lokale der Rotlichtszene an, nicht nur als Chauffeur. Ist er in diesem Milieu jemandem in die Quere gekommen oder war es offene Rechnung aus seiner Vergangenheit in Deutschland?Der Kärntner Kriminalreporter Peter Kimeswenger im Gespräch mit David Knes. 
Karlau-Geiselnahme: Weggehen oder sterben
[vom 30/09/2020 Dauer ~41 Min]
14. November 1996: Die Nachricht einer Geiselnahme in der Justizanstalt Karlau erreicht die nur wenige Hundert Meter entfernte Redaktion der Kleinen Zeitung. Der Versuch dreier Geiselnehmer, aus der Haftanstalt zu fliehen, ging in die Kriminalgeschichte ein. Die drei Schwerverbrecher  unter der Führung von Adolf Schandl fordern mehrere Millionen Schilling und einen Hubschrauber für ihre Flucht. In ihrer Gewalt: drei Frauen aus der Gefängniskantine. Ihre Druckmittel: selbstgebaute Sprengsätze und Messer Redakteur Hannes Gaisch-Faustmann und der damalige Verhandlungsführer der Polizei, Eduard Hamedl berichten von den Ereignissen, die wohl keiner der beteiligten jemals vergessen wird. 
Franz Wurst – Der Kinderarzt, der Kinder missbrauchte
[vom 23/09/2020 Dauer ~43 Min]
Jack Unterweger – vom „Häfenliterat“ zum Serienmörder
[vom 18/09/2020 Dauer ~57 Min]
Es ist einer der bekanntesten und aufsehenerregendsten Kriminalfälle der zweiten Republik, dabei deutete am Anfang Jack Unterwegers krimineller Laufbahn wenig darauf hin. Diese endete jäh mit einer Verurteilung zu einer lebenslangen Haftstrafe im Jahr 1976 – vorerst. Er hatte eine Bekannte stranguliert und beraubt. In der Haft begann Unterweger zu schreiben – und das sehr erfolgreich. Er lancierte zum gefeierten Autor, wurde als der „Häfenliterat“ bekannt. Unterweger war der Held der deutschsprachigen Literaturszene. Kulturschaffende wie Elfriede Jelinek, Ernst Jandl oder Günter Grass setzten sich erfolgreich für seine Freilassung ein. 1990 kam er ohne weitere Auflagen Frei, er wurde zum Inbegriff gelungener Resozialisierung. Die Redakteure Bernd Melichar und Hans Breitegger führten eines der beachtetsten Interviews mit Unterweger – in dieser Folge rollt er gemeinsam mit David Knes den Fall neu auf.

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