Interview mit den Podcastern von Geliebte Wally – 9 Fragen an Annalena & Thomas

Ein Interview mit den Podcastern von Geliebte Wally. Neun Fragen an Annalena und Thomas und ihre Antworten. 

Wer seid ihr eigentlich? Stellt euch doch kurz einmal vor!

Wir sind Annalena und Thomas, zwei alberne Geschichtsinteressierte mit einer Liebe für gutes Essen, alles Englischsprachige und einander. 😉

2020 haben wir in unserer Wahlheimat Leipzig den Podcast Geliebte Wally gestartet, in dem wir von Annalenas Urururgroßtante erzählen, die im späten 19. Jahrhundert in die USA auswanderte und dort viel zu früh den Tod fand. Diesen Fall wollten wir unbedingt aufdecken!

Wie kamt ihr zu dem Namen eures Podcasts?

Das war tatsächlich ein langer Prozess – wir wollten gern einen einfachen Namen, der den Inhalt unseres Podcasts auf den Punkt bringt. Da gab’s einige wilde Ideen, bis uns klar wurde, dass wir Wally als Person eher in den Vordergrund stellen wollen als ihr Schicksal. Und weil Beziehungen und Emotionen sowohl für Wallys Tod als auch für unsere Beschäftigung mit ihrem Fall so wichtig waren, fühlte sich unsere finale Wahl passend an.

Wie kamt ihr zu eurer allerersten Folgen? Warum genau dieser Fall?

In Annalenas Familie gab es schon lange die Geschichte um ein junges Mädchen, an das kaum mehr als ein Foto auf einem Dachboden erinnerte. Wir wussten nur, dass sie nach Amerika ausgewandert und dort erschossen worden war – nichts weiter.

Weil wir selbst viele True Crime Podcasts hören (vor allem Annalena), mussten wir wieder an diese Geschichte denken. Annalena hatte sich vorher schon mit Familienforschung beschäftigt und ein paar Dinge herausgefunden. Im ersten Corona-Lockdown mit etwas zu viel Freizeit fassten wir dann endlich den Entschluss, Wallys Schicksal genauer zu recherchieren und für einen eigenen Podcast aufzubereiten.

Was sind eure persönlichen Lieblings-TC Podcasts?

Annalena: Ohh, so viele! Ganz regelmäßig höre ich Darf’s ein bisserl Mord sein, Früher war mehr Verbrechen (ein heißer Tipp für historische Kriminalfälle), Verbrechen von nebenan, Puppies and Crime, Eyes in the Dark und natürlich Mordlust.

Wie recherchiert ihr für eure Folgen?

Weil unser Fall ein historischer ist, mussten wir ein wenig anders vorgehen als bei modernen Verbrechen – trotzdem spielte sich fast alles online ab.

Wir haben viel mit digitalisierten Zeitungsartikeln aus kalifornischen Zeitungen der Jahre 1896 und 1897 gearbeitet, weil US-amerikanische Zeitungsarchive weitreichend digitalisiert sind. Außerdem haben wir uns auf Eintragungen des Genealogie-Portals Ancestry gestützt, wo Menschen ihre Stammbäume und Daten zu ihren Vorfahren hochladen und miteinander vernetzen. Über Ancestry fanden wir auch entfernte Verwandte von Wallys Schwester Helene (sie war ebenfalls in die USA emigriert), die Geschichten und Fotos mit uns teilten. Dazu hatten wir eigene Originalfotos, die Annalena von einer sehr netten Verwandten zur Verfügung gestellt wurden. All diese Quellen, in Kombination mit weiteren Büchern, direktem Kontakt zu Ansprechpartner*innen in Kalifornien und Vorwissen aus unserer Studienzeit, halfen uns, den Podcast auf die Beine zu stellen.

Was hat euch an Wallys Fall besonders mitgenommen?

Annalena: Ohne zu viel zu verraten: Wally erlebte etwas, das bis heute unzählige Mädchen, Frauen und weiblich gelesene Personen erleben müssen. Einen Fall zu recherchieren, der ein Familienmitglied betrifft, ist tatsächlich auch nach so langer Zeit noch aufwühlend. Dazu kommt, dass Wally das Abenteuer Auswanderung auf sich nahm, hart arbeitete, liebte und das Leben anpackte – nur, um letztlich doch einem grausamen Verbrechen zum Opfer zu fallen. 

Was glaubt ihr, warum True Crime Podcasts so beliebt sind?

Annalena: In einer Folge sagte Thomas mal scherzhaft, dass True Crime Podcasts die Hinrichtungen der Moderne sind. 😉 Viele sind fasziniert von der dunklen Seite ihrer Mitmenschen und fragen sich, wie man fähig sein kann, solche Taten zu begehen. Vielleicht gruseln wir uns auch einfach gern, mit der Sicherheit, währenddessen in unserer gemütlichen Wohnung zu sitzen. Oder man denkt, dass solche Podcasts einen auf den Ernstfall vorbereiten. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem!

Wie können eure Hörer euch unterstützen?

Ganz arg freuen wir uns über nette Bewertungen, zum Beispiel bei Apple Podcasts. Ansonsten einfach den Podcast abonnieren und weitersagen, wenn er Euch gefällt! Wer richtig begeistert ist, kann uns auch auf Instagram folgen (dort gibt’s eine Menge Originalfotos) oder uns einen kleinen Kaffee ausgeben bei Ko-fi .

Wir freuen uns immer wie Bolle über Nachrichten bei Instagram oder liebe E-Mails (geliebtewally@googlemail.com ). 🙂

Eine abschließende Frage: Schaut ihr vor dem Schlafengehen unters Bett? 😉

Thomas: Nö, ich bin da ganz entspannt.

Annalena: Ich mach’s auch nicht – aber ich bin ganz ehrlich, manchmal ziehe ich beim Ins-Bett-Steigen besonders schnell die Beine ein. Es könnte ja sein, dass irgendjemand oder irgendetwas nur unter dem Bett lauert, um im richtigen Moment nach meinen Knöcheln zu greifen…

Von der Redaktion: Vielen lieben Dank für das Interview an Annalena und Thomas!